Informationen zu Umstellung G8/G9

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu der Problematik für die Kinder, die in 2017 nach Erwerb des Erweiterten
Sekundarabschlusses I nicht auf ein Gymnasium wechseln können, dies bedingt
durch die Umstellung von G8 auf G9, wurde seitens des Landeselternrat
nachgefragt, welche Lösungsansätze es geben soll.

Zu Ihrer Information übersende ich Ihnen die Antwort wie folgt:

Am Ende des Schuljahres 2016/17 werden an den allgemein bildenden Gymnasien
und an den nach Schulzweigen gegliederten Kooperativen Gesamtschulen
letztmalig die Schülerinnen und Schüler von der im Schuljahrgang 10
geführten Einführungsphase (Doppelfunktion) zum 1.8.2017 direkt in das
erste Schuljahr der Qualifikationsphase versetzt werden (G 8). Die
Schülerinnen und Schüler nach den G 9-Regelungen werden erstmals am Ende
des Schuljahres 2017/2018 vom Schuljahrgang 10 zum 1.8.2018 in eine
eigenständige Einführungsphase (Schuljahrgang 11) versetzt.

Für Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen, der Realschulen, der
Hauptschul- und Realschulzweige an den Kooperativen Gesamtschulen sowie der
Oberschulen, die mit einem Erweiterten Sekundarabschluss I zum 1.8.2017 in
die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe aufgenommen werden möchten,
steht dabei im Schuljahr 2017/18 an den allgemein bildenden Gymnasien und
an den nach Schulzweigen gegliederten Kooperativen Gesamtschulen zunächst
keine Einführungsphase zur Verfügung.
In der Folge wird an den beiden Schulformen im Schuljahr 2018/19 das erste
Jahr der Qualifikationsphase sowie im Schuljahr 2019/20 das zweite Jahr der
Qualifikationsphase nicht angeboten werden.

Der genannte Schülerkreis, der nach Auskunft des Fachreferates landesweit
ca. 2500 Schülerinnen und Schüler umfassen wird, hat wie bisher die
Möglichkeit, im Schuljahr 2017/18 die Einführungsphase im Schuljahrgang 11
einer Integrierten Gesamtschule oder eines Beruflichen Gymnasiums zu
besuchen, um damit das Abitur nach 13 Schuljahren zu erwerben.

Darüber hinaus besteht analog zur bisherigen Regelung die Möglichkeit der
Aufnahme in den 10. Schuljahrgang an den allgemein bildenden Gymnasien und
an den nach Schulzweigen gegliederten Kooperativen Gesamtschulen. In diesem
Fall würden diese Schülerinnen und Schüler in den ersten G 9-Jahrgang
eintreten. Am Ende des 10. Schuljahrgangs rücken diese Schülerinnen und
Schüler in die Einführungsphase (11. Jahrgang) auf, denn sie besitzen
bereits den Erweiterten Sekundarabschluss I. Anschließend absolvieren sie
die dreijährige gymnasiale Oberstufe. Damit verlängert sich ihre Schulzeit
auf insgesamt 14 Schuljahre.

Mit den genannten Regelungen allein würden die Entscheidungsmöglichkeiten
der genannten Gruppe von Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/18 in
mehrfacher Hinsicht eingeschränkt. Ihnen bliebe der Zugang zur gymnasialen
Oberstufe am allgemein bildenden Gymnasium und an der nach Schulzweigen
gegliederten Kooperativen Gesamtschule verwehrt. Alle Schülerinnen und
Schüler, die nach dem Erwerb des Erweiterten Sekundarabschlusses I bisher
regelmäßig aus den Realschulzweigen der Kooperativen Gesamtschulen in die
gymnasiale Oberstufe der eigenen Schule wechseln können, müssten einen
Schul(-form)wechsel in Kauf nehmen. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass
in einigen Regionen des Landes das Angebot an Schulplätzen an den
Integrierten Gesamtschulen und Beruflichen Gymnasien ggf. nicht ausreichend
sein wird bzw. lange Schulwege in Kauf genommen werden müssen, um eine
dieser Schulen zu erreichen.

Um diesem Schülerkreis auch im Schuljahr 2017/2018 zu ermöglichen, in der
gymnasialen Oberstufe ein allgemein bildendes Gymnasium oder eine nach
Schulzweigen gegliederte Kooperative Gesamtschule zu besuchen, ist
beabsichtigt, ergänzend zu den bereits genannten Möglichkeiten an
ausgewählten Standorten eigenständige Einführungs- und Qualifikationsphasen
für diese Gruppe von Schülerinnen und Schülern anzubieten, die dann im
Schuljahr 2019/2020 nach einer Schulzeitdauer von insgesamt 13 Schuljahren
das Abitur erwerben können.

Vorrangige Standorte für diese eigenständigen Lerngruppen könnten die nach
Schulzweigen gegliederten Kooperativen Gesamtschulen sein. An diesen
Schulstandorten befindet sich in der Regel die höchste Zahl von
Schülerinnen und Schülern, die nach dem Erwerb des Erweiterten
Sekundarabschlusses I in die gymnasiale Oberstufe eintreten wollen. Darüber
hinaus sollten auch einige Gymnasien, die regelmäßig mit Gesamtschulen ohne
gymnasiale Oberstufe, Hauptschulen, Realschulen und Oberschulen kooperieren
und deren Absolventinnen und Absolventen mit dem Erweiterten
Sekundarabschluss I aufnehmen, die Möglichkeit erhalten, diese
eigenständigen Lerngruppen einzurichten.

Mit der Einrichtung solcher Lerngruppen in den Schuljahren 2017/18 bis
2019/20 kann der Anspruch auf gleichen Zugang zur gymnasialen Oberstufe
grundsätzlich gewährleistet werden. Ebenso wird es insbesondere den nach
Schulzweigen gegliederten Kooperativen Gesamtschulen möglich sein, den
Schülerinnen und Schülern, die die Realschul- und Hauptschulzweige ihrer
Schule besucht haben, ein schulisches Angebot zum Erwerb des Abiturs in der
vertrauten Schulumgebung zu machen. Darüber hinaus können auch an den
angesprochenen Gymnasien gut funktionierende Kooperationen ohne
Unterbrechung fortgeführt werden. Ziel ist es, ein gleichmäßiges regionales
Angebot für den Besuch der gymnasialen Oberstufe mit einem Abitur nach 13
Schuljahren zu sichern.

Bei insgesamt 2500 Schülerinnen und Schülern werden auf der Grundlage der
im Klassenbildungserlass festgelegten Schülerhöchstzahlen für die
Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe ca. 90 Lerngruppen an ca. 45
Schulstandorten zu bilden sein. Für einen Standort werden in der Regel zwei
Klassen, also mindestens 52 Schülerinnen und Schüler, erforderlich sein, um
in der Qualifikationsphase angemessene Wahlmöglichkeiten insbesondere im
Hinblick auf die Schwerpunkte gem. § 10 VO-GO anbieten zu können.

Diese eigenständigen Lerngruppen bieten über die schon angesprochenen
Vorteile hinaus die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler aufnehmen zu
können, die innerhalb der Qualifikationsphase zurücktreten oder zur
Abiturprüfung 2019 nicht zugelassen werden oder die Abiturprüfung 2019
nicht bestehen.

Bei der Einrichtung dieser eigenständigen Lerngruppen ist auf eine
gleichmäßige regionale Verteilung innerhalb des Landes zu achten. Die
Niedersächsische Landesschulbehörde ist gegenwärtig damit befasst, die
erforderlichen Daten zu erheben, auf deren Grundlage von ihr Standorte
vorgeschlagen werden. Da für die genannten eigenständigen Lerngruppen
zusätzliche Räume erforderlich sein werden, wird die Zustimmung der
jeweiligen Schulträger einzuholen sein. Die Genehmigung erfolgt durch MK.

Es ist beabsichtigt, diesen Prozess im Herbst 2016 abzuschließen.

Mit freundlichen Grüßen

Sabrina Wachsmann

Landeselternrat Niedersachsen
Geschäftsstelle
Berliner Allee 19
30175 Hannover

Tel: 05 11 – 64 64 36 810
www.ler-nds.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>