Sitzung vom 03.02.2016

Protokoll der Stadtelternratssitzung vom 03.02.2016

Ort                  Medienzentrum, Kranich-Gymnasium/Emil-Langen-Realschule
Beginn                        18:30 Uhr
Teilnehmer      siehe Anwesenheitsliste
Protokoll         Michael Busch

TOP 1 – Begrüßung

Ingo Kavemann, Vorsitzender des Stadtelternrats (StER) begrüßt die anwesenden Teilnehmer und stellt kurz den Vorstand des StER vor. Kavemann weist darauf hin, dass der StER regelmäßig über aktuelle Schulthemen auf der eigenen Internetseite informiert.

http://www.stadtelternrat-salzgitter.der/

Die weitere Agenda wird kurz vorgestellt.

TOP 2 – Bericht aus dem Landeselternrat

Michael Kuhn, Beisitzer im Vorstand des StER und Mitglied des Landeselternrats (LER), berichtet über die Themen die vom LER aktuell bearbeitet werden.

1) Der LER wirkt an Aktionen im Rahmen von Veranstaltungen gegen Rassismus mit.

2) LER lehnt untergesetzliche Regelungen zu Durchlässigkeit, Abschlüsse im Sekundarbereich I und Zeugnissen ab. Ziel der Landesregierung soll eine Vereinfachung der gesetzlichen Regelungen sein. Der LER sieht, dass diese Vereinfachung zu Lasten der Lehrer/Schüler geht.

3) Es wurde ein neuer Ausschuss gebildet, der das Thema Mobbing bearbeitet. Der LER sucht zusammen mit dem Kultusministerium (MK) nach Lösungen zur Bekämpfung von Mobbing.

4) Da sich die derzeitige Schullandschaft immer mehr durch eine steigende Zahl von integrierten Gesamtschulen und Oberschulen wandelt, ist die bisherige Zusammensetzung des LER nicht mehr praktikabel. Der LER plant daher die Gewichtung der Delegierten zu überarbeiten.

5) Die Landesregierung überlegt auf Anregung von religiösen Verbänden, Gebetsräume an allen Schulen einzurichten. Diese sollen konfessionell neutral sein und allen zur Verfügung stehen.

6) Das MK überlegt, an allen Schulen und in allen Klassen die Zeugnisse durch einen schriftlichen Teil zu ergänzen. Neben der Note soll jeweils eine schriftliche Beurteilung zu jedem Fach verfasst werden (ähnlich der Zeugnisse an Integrierten Gesamtschulen).

TOP 3 – Bericht aus dem Bildungsausschuss

Michael Kuhn, Vertreter für die Berufsbildenden Schulen (BBS) im Bildungsausschuss der Stadt Salzgitter (BA), berichtet von den aktuellen Themen, die im BA behandelt werden.

1) Die Grundschule am Kranichdamm in SZ-Krähenriede wird zum 01.08.2016 in eine Offene Ganztagsschule umgewandelt. Hierzu bekommt die Schule eine Mensa, die erweitert werden kann. Die Investitionen belaufen sich aktuell auf 620.000 €.

Die Umwandlung der Schule ist in der BA-Sitzung am 03.12.2015 beschlossen worden. Der Rat der Stadt hat die Umwandlung in seiner Sitzung am 21.12.2015 ebenfalls beschlossen.

Michael Germund, Vorsitzender des Schulelternrats der Kranichdammschule, berichtet, das die Planung für die Einrichtung der Mensa immer noch in der Überarbeitung ist, obwohl bereits in den Osterferien mit dem Umbau begonnen werden soll. Außerdem berichtet er, dass bereits zeitnah zu erwarten ist, dass eine Erweiterung der Mensa erforderlich sein wird, da in der aktuellen Planung z.B. beim Platzbedarf für die Schüler die Selbstversorger nicht berücksichtigt wurden.

2) Das Ergebnis der Elternbefragung zur Errichtung einer 2. Integrierten Gesamtschule (IGS) in Salzgitter-Bad wurde im BAs kurz erläutert und die Entscheidung der Eltern diskutiert. Für den Antragsteller war dieses Ergebnis sehr deutlich und unerwartet. Es wurde einhellig seitens der Antragsteller betont, den Elternwillen zu akzeptieren, auch wenn die Eltern die Tragweite Ihrer Entscheidung angeblich nicht absehen könnten. Weiterhin wurde der Gründung einer Oberschule in Salzgitter erneut eine Absage erteilt.

3) Salzgitter ist eine von vier Modellkommunen in Niedersachsen, die an dem Modellprojekt „Kooperativer Hort“ des MKs teilnimmt. Durch den verstärkten Ausbau der Ganztagsschulen geht die Bedeutung des „normalen“ Kindergarten-Hortes verloren. Das Projekt ist ein „Versuch“, Grundschule und Kindergarten zu vernetzen, um so eine ideale Betreuung von Schulkindern zu verwirklichen. Es soll hier ein Zusammenschluss gestaltet werden, in dem die Kinder nach Schulschluss weiter betreut werden.

Beteiligt sind in Salzgitter die Grundschule „Am Sonnenberg“ und die Grundschule „Kranichdamm“. Die beiden Schulen wurden landesweit unter 20 Bewerbern ausgesucht.

Michael Germund ergänzt dazu, dass Workshops zur Vorbereitung des Projekts statt gefunden haben. Germund berichtet von seiner Teilnahme und betont die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Gruppen.

TOP 4 – Bericht zu den Arbeiten des StER

Karl-Julius Meyer, Stellvertretender Vorsitzender des StER, berichtet über aktuelle Themen, die durch Mitglieder des StER bearbeitet wurden.

1) Meyer berichtet, dass der StER gebeten wurde, an einer Veranstaltung zum Thema „Kooperativer Hort“ (s. oben) teilzunehmen. Die Einladung wurde bedauerlicherweise sehr kurzfristig ausgesprochen, so dass für eine abgestimmte Stellungnahme des StER zu diesem Thema leider keine Zeit war.

Meyer hat auf der Veranstaltung vorgetragen, dass aus seiner Sicht der StER dem Vorschlag zur Einführung eines Kooperativen Hortes positiv gegenüber steht. Bei der Ausgestaltung ist es nach Meyers Überzeugung sehr wichtig das die Belange der Kinder und der Eltern berücksichtigt werden müssen. Es sollte sichergestellt werden das zwischen Schule/Hort/Kindergarten und Eltern eine gute Zusammenarbeit gewährleistet wird. Ein gute finanzielle Ausstattung, eine Betreuung durch Pädagogische Mitarbeiter, feste Ansprechpartner, eine Hausaufgabenhilfe mit Ergebniskontrolle und dem Bedarf der Eltern angepasste Endzeiten sind Voraussetzungen die der StER als selbstverständlich ansieht.

1) Meyer berichtet von der Arbeit in der Kinderkommision (KiKo). Germund und Meyer vertreten den StER in der KiKo. Sinn und Zweck der KiKo ist es, sich um die Belange der Kinder in der Stadt Salzgitter zu kümmern. Es sind Vertreter aus unterschiedlichsten Gremien dabei. Es wird über sehr viele Themen, die die Kinder betreffen, beraten und bei Problemen nach Lösungen gesucht. Aktuell wird von der KiKo das Thema „Schulwege“ bearbeitet.

Germund und Meyer hatten den Auftrag, ein Thesenpapier über „den sicheren Schulweg“ zu erstellen. Dieses wurde an den Vorsitzenden (Stefan Klein, Erster Bürgermeister) weitergegeben und wird in der nächsten Sitzung der KiKo am 09.02.2016 bearbeitet.

Anmerkung: Das Thesenpapier kann über das Ratsinformationssystem der Stadt Salzgitter abgerufen werden: https://sitzungsdienst.salzgitter.de/buergerinfo/to010.asp?SILFDNR=8312

TOP 5 – Entscheidung zur 2. IGS

Kavemann fasst noch einmal das Ergebnis der Elternbefragung zur Einrichtung einer 2. IGS in Salzgitter-Bad zusammen.

Der StER hat das eindeutige Ergebnis der Elternbefragung zu einer 2. IGS in Salzgitter-Bad positiv aufgenommen. Die Elternbefragung hatte ergeben, dass der Bedarf für die Errichtung einer 2. IGS in Salzgitter nicht gegeben ist. Der StER hatte sich im Vorfeld der Befragung kritisch mit den Konsequenzen der Gründung einer 2. IGS in Salzgitter-Bad auseinandergesetzt und den einstimmigen Beschluss gefasst, die Errichtung nicht zu unterstützen. Der StER sieht sich durch das Ergebnis bestärkt, dass die von ihm geäußerten Befürchtungen und Bedenken richtig erkannt wurden. Der StER ist froh, dass die Schulvielfalt in Salzgitter-Bad erhalten bleibt.

Von Seiten der Sitzungsteilnehmer wird besorgt die Frage gestellt, wie der Schulträger nach dieser Entscheidung mit der Schulentwicklung in Salzgitter-Bad weiter vorgehen wird. Insbesondere wird die Frage nach einer Fortschreibung des Schulentwicklungsplans gestellt.

Es wird vereinbart, dass diese Fragen durch die Vertreter des StER im Bildungsausschuss angesprochen werden.

TOP 6 – Vergleich der Schulqualität

Kavemann berichtet, dass der StER gebeten wurde, die statistischen Daten aus den Schulen der Stadt Salzgitter zu kommentieren. Folgende Daten wurden erhoben und dem Bildungsausschuss zur Beratung zu Verfügung gestellt:

  • Ergebnisse der Abiturprüfungen
  • Abschlüsse an Hauptschulen
  • Abschlüsse an Realschulen
  • Rückläufer aus den Gymnasien in Realschulen
  • Rückläufer aus den Realschulen in Hauptschulen
  • Übergänger von Gymnasien in berufsbildende Schulen

Anmerkung: Die Daten können über das Ratsinformationssystem der Stadt Salzgitter abgerufen werden: https://sitzungsdienst.salzgitter.de/buergerinfo/vo020.asp?VOLFDNR=19555

Kavemann stellt die Interpretation und Analyse der Daten vor:

  • Die Durchfallquoten bei Abiturprüfungen sind rückläufig
  • Die Zahlen der Rückläufer in den Klassen 5 bis 8 auf den Gymnasien und Realschulen sind ebenfalls rückgängig
  • Die Abschlüsse an den Realschulen werden von Jahr zu Jahr hochwertiger
  • Die Abschlüsse an den Hauptschulen konzentrieren sich mehr auf die Kernkompetenz
  • Realschulabschlüsse sind rückläufig

 

  • Erschreckend ist der Anstieg der Schulerinnen und Schüler ohne Schulabschluß
  • Im Bundesvergleich und zu den Schulen in Niedersachsen hat Salzgitter
    • Weniger Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss

 

  • Weniger Hauptschulabschlüsse

 

  • Mehr Realschulabschlüsse
  • Ähnlich viele Abschlüsse an Gymnasien

Es wird vereinbart, dass die folgenden Themen im Bildungsausschuss angesprochen werden:

  • Der StER bittet den Schulträger offizielle Durchschnittswerte aus Bund, Niedersachsen und Region zur Übersicht und Vergleich dieser Daten mit Salzgitter zu Verfügung zu stellen.
  • Der StER bittet um eine Analyse vom Schulträger, warum die Anzahl der „Nichtschulabschlüsse“ an den Hauptschulen in den letzten Jahren angestiegen ist.
  • An der Berufsbildenden Schule (BBS) in Fredenberg ist ein Anstieg der Durchfallquote bei Abiturprüfungen festzustellen. Hierzu bittet der StER um eine Stellungnahme. in der Ludwig-Erhardt-Schule (BBS in Salzgitter-Bad) hat im Vergleich eine Verbesserung stattgefunden.

Anmerkung: Zwischenzeitlich wurde festgestellt, dass die veröffentlichten Daten einer Korrektur und Ergänzung bedürfen (s. Berichterstattung in der örtlichen Presse). Die aktualisierten Daten können ebenfalls über das Ratsinformationssystem der Stadt Salzgitter abgerufen werden: https://sitzungsdienst.salzgitter.de/buergerinfo/vo020.asp?VOLFDNR=19718

TOP 7 – Hausmeistersituation

Kavemann erläutert den aktuellen Stand der Themenbearbeitung durch den Schulträger.

Ausgangslage:

Exemplarisch an der Situation in der Grundschule Steterburg erläutert, wurde der Schulträger zur Belastungssituation der Schulhausmeister und Sekretärinnen befragt. So muss der Hausmeister der GS Steterburg sich parallel um weitere 7 Liegenschaften kümmern.

Daraufhin hat es ein Treffen mit dem Schulträger und der Stadtverwaltung am 22.01.2016 gegeben.

  • Es wurden Vereinbarungen zur Rollenverteilung vorgenommen
  • Der StER befasst sich mit grundsätzlichen Themen „rund um Schule“
  • Einzellösungen an Schulen soll durch die Eltern vor Ort und der Schulleitung bearbeitet werden
  • Herr Tacke (Leiter Dezernat für Baumaßnahmen), Herr Flügge (Leiter EB85) und Herr Hoffmann (Teamleiter Hausmeister) haben grob ein Konzept zur Arbeitsaufteilung vorgestellt. Damit wurde Zuversicht geschaffen und eine sinnvolle und tragbare Verteilung der Arbeitslast der Hausmeister und Sekretärinnen dargestellt.

Bei einem Termin zwischen den Ostern- und Sommerferien soll dem StER das Gesamtkonzept vorgestellt werden.

TOP 8 – IT-Ausstattung/Medienkonzepte

Kavemann berichtet von den Arbeitskreissitzungen des Schulträgers zur Modifizierung des IT-Konzepts für allgemeinbildende Schulen in Salzgitter. Kavemann und Udo Krause, Mitglied des StER und Elternvertreter an der Realschule Thiede, nehmen als Vertreter des StERs an den Sitzungen teil.

Die Arbeit im Arbeitskreis ist konstruktiv und macht gute Fortschritte. Der Arbeitskreis bemängelt, dass Bildungsangebote teilweise von den Pädagogen nicht angenommen werden. Positiv wird bewertet, dass Verwaltungsstunden für IT-beauftragte Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden.

Von Sitzungsteilnehmern wird geäußert, dass die Zahl der vorgesehenen Verwaltungsstunden für die Administration eines vollwertigen Schulnetzwerks durch einen IT-Beauftragten bei weitem nicht ausreicht. Die Forderung nach vollzeitbeschäftigten Administratoren für die Schulen wird geäußert.

Der Vorschlag der Sitzungsteilnehmer durch Einrichtung von IT-AGs an den Schulen die Lehrkäfte durch Schüler zu unterstützen wird aufgegriffen. Es wird vereinbart, diese Idee an den Arbeitskreis weiterzugegeben.

TOP 9 – Inklusion, Status

Ingo Kavemann berichtet zum Thema Inklusion.

Der Schulträger plant die Bildung einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Elternschaft. Der Schulträger möchte hierzu mit dem StER zusammen arbeiten. Die Sitzungstermine sind noch offen. Als Start ist der Februar/März geplant.

Es wird eine Abfrage der Mitglieder des StER vereinbart, um Teilnehmer für die Arbeitsgruppe zu finden.

TOP 10 – Anpassung der Schulbezirkssatzung und Flüchtlingssituation

Kavemann berichtet von der Anpassung der Schulbezirkssatzung.

Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation soll der Verwaltung ab sofort gestattet werden, für schulpflichtige Flüchtlingskinder den jeweiligen Beschulungsort im Einzelfall anders als in der Schulbezirkssatzung festgelegt zu bestimmen.

Der StER hat hierzu eine Stellungnahme verfasst.

Der Stadtelternrat begrüßt den Vorschlag, da so die Aufgabe der Integration von schulpflichtigen Flüchtlingskindern von allen Einrichtungen gemeinsam bewältigt werden kann. Der Stadtelternrat möchte dies jedoch mit der Bitte verbinden, die Anwendung dieser Ausnahme jeweils sorgfältig im Sinne der Interessen der Kinder und der betroffenen Schulen abzuwägen.

Germund berichtet von der aktuellen Situation an der Kranichdammschule. Dort werden zur Zeit die vorhandenen Klassen unbegrenzt mit Flüchtlingskindern aufgestockt. Es wird bemängelt, dass der pädagogische Mehraufwand bei der Aufstockung der Klassen nicht berücksichtigt werden.

Sitzungsteilnehmer regen an, dass auch an den Grundschulen Sprachintegrationsklassen („Sprint“-Klassen) gebildet werden sollten, um Flüchtlingskinder schneller integrieren zu können.

Es wird vereinbart das beide Themen beim Schulträger angesprochen werden sollen.

TOP 11 – Nächste Termin

Als Termin für die nächste, nicht öffentliche Sitzung wird Mittwoch, der 27.04.2016, 18:30 Uhr vereinbart. Die Sitzung ist im Medienzentrum des Kranichgymnasiums und der Emil-Langen-Schule, Mehrzweckraum im 1.OG, geplant.

Ende

Kavemann schließt gegen 21:15 die Sitzung.

 

16-02-03-Protokoll-StER-Sitzung

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