„Niedersachsens Eltern sehen Schulqualität gefährdet“

*Niedersachsens Eltern sehen Schulqualität gefährdet*

Die bildungspolitischen Themen Lehrer- und Unterrichtsversorgung an
Niedersachsens Schulen stehen immer wieder aktuell im Fokus, so auch als
Arbeitstitel anlässlich des gemeinsamen Austausches der Mitglieder des
Landeselternrates Niedersachsen mit den Vertretern der Kreis- und
Stadtelternräte am vergangenen Wochenende.

Zu Beginn informierte der Vorstand des Landeselternrates über wichtige
Entwicklungen in der Bildungspolitik. Gesprächsbedarf gab es zum aktuellen
Vorstoß der Kultusministerin, die Schulinspektion zu einem
„Feedback-System“ zu verändern. Diese Ausrichtung der Schulinspektion
bewertet der Vorstand des Landeselternrates zunächst kritisch.

Die „Schulinspektionen dienen dem Ziel, auf der Grundlage des
Niedersächsischen Schulgesetzes (§ 123 a) und des Erlasses
‚Schulinspektionen in Niedersachsen‘ Kenntnisse über die Qualität der
Arbeit in den einzelnen Schulen sowie über die Qualität des Schulsystems zu
ermitteln, um Maßnahmen der Qualitätsverbesserung zu ermöglichen“, so
Stefan Bredehöft, Vorsitzender Landeselternrates. „Dieses Ziel werde in der
Wahrnehmung der Elternvertreter jetzt schon verfehlt, da es den Schulen
selbst überlassen werde, ob sie eine Weiterentwicklung der Qualität
zulassen. Nicht jede Schule stehe dem jetzigen dialogbasierten Ansatz offen
gegenüber und nehme die Ergebnisse, ja vielleicht auch Kritik, als
Entwicklungschance an“, so Bredehöft weiter.

Ein weiteres Hindernis in der erfolgreichen Umsetzung werde vom
Landeselternrat in der nicht möglichen Unterstützung durch die
Landesschulbehörde Niedersachsen gesehen. Konsens bestand daher bei der
Wahrnehmung, dass wenn sich eine Schule bereitwillig auf den Pfad der
Entwicklung begebe und Beratung und Unterstützungsangebote der
Niedersächsischen Landesschulbehörde in Anspruch nehmen möchte, diese
aufgrund ihrer vielfältigen Aufgaben den Bedarfen nicht gerecht werden
könne und gleichzeitig den Widerspruch zwischen Aufsichtsbehörde und
Unterstützungseinrichtung meistern muss.

In der Folge der hohen Anforderungen nehmen die Elternvertreter daher auch
die Belastung der niedersächsischen Lehrerschaft wahr. War es grundsätzlich
Wunsch der Elternvertreter, zu diesen Themen mit dem Präsidenten der
Niedersächsischen Landesschulbehörde in den Austausch zu treten, war eine
Teilnahme des Präsidenten wegen Termingebundenheit nicht möglich. Für einen
Austausch standen ersatzweise Frank Stöber, Vorsitzender des
Niedersächsischen Schulleitungsverbandes, sowie seine Stellvertreterin
Andrea Kunkel zur Verfügung. Im Resümee aus Sicht der Elternvertreter ein
sehr erkenntnisreicher und gewinnbringender Austausch zu den Tagungsthemen.
Konsens bestand in den Feststellungen, dass Geldmittel vorhanden seien,
jedoch fehle es an den entsprechenden Personalien. So gaben Stöber und
Kunkel den Elternvertreter auch mit auf den Weg, „kreative Ideen zur
Akquirierung von kompetenten bzw. qualifizierten Lehrkräften“ zu
entwickeln.

„Die derzeitige Entwicklung lässt Raum für Besorgnis. Die generelle
Lehrerversorgung lässt uns nicht enthusiastisch nach vorn blicken – die
Herausforderung zur Umsetzung der Inklusion vereinfacht das nicht. Der
Landeselternrat werde sich zu diesen Entwicklungen weitergehend mit den
bildungspolitischen Verbänden austauschen, um seine Positionierung und
Stellungnahme auf ‚breite Füße‘ zu stellen“, so Bredehöft abschließend.

Mit freundlichen Grüßen

Sabrina Wachsmann

Landeselternrat Niedersachsen
Geschäftsstelle
Berliner Allee 19
30175 Hannover

Tel: 05 11 – 64 64 36 810
www.ler-nds.de

pdf icon PI_Eltern-sehen-Schulqualität-gefährdet.pdf

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